Gestern
Persönliche Erinnerungen...


In der Rednitz fast ertrunken

Im April 1952 begann ich meine Flaschnerlehre in der Fürther Südstadt. Die Berufsschule fand im Helmschulhaus statt, gleich neben der Feuerwehrzentrale. Der praktische Unterricht für alle Metallberufe wurde in der Holzbaracke in der Badstraße abgehalten. Dort, wo die Katze auf dem Zeitungsbild (von Herrn Hans-Joachim Winckler vom 28.10.2004 in der FN) munter in die Gegend schaut, verzehrte ich meine Pausenbrote. Auf der Treppe im Hintergrund wurde das Klassenfoto aufgenommen. Nachdem die Lehre abgeschlossen war, wurden in der Werkstatt die Arbeitsproben erstellt und die Gesellenstücke der Presse gezeigt. So war damals das heutige Künstlerquartier genutzt.

An einem heißen Sommertag 1952, wollten zwei meiner Mitlehrlinge und ich die Mittagspause nutzen, um uns in der Rednitz zu erfrischen. Eine Stunde hatten wir Zeit. Die Badehose hatten wir bereits unter den Kleidern. Oberhalb der Siebenbogenbrücke, wo wir ins Wasser gingen gab es ja keine Umkleidekabinen. Erst unterhalb einer Holzabsperrung im sogenannten Zahlbad waren Kabinen.

Nahe den Brückenpfeilern watete ich ins Wasser. Es reichte mir bis an die Brust. Weil ich kein guter Schwimmer war, ließ ich mich von der Strömung treiben und kam kurz nach der Brücke wieder zum Stehen. Dies ging einigemale gut. Doch zuletzt ließ ich mich in der Nähe des Zahlbades unterhalb des Brückenpfeilers absinken, in der Hoffnung festen Boden unter mir zu haben. Welch Schreck, das Wasser war tiefer als erwartetes reichte mir über den Kopf. Ich stieß mich von Grund ab und rief verzweifelt um Hilfe, als ich übers Wasser kam. Mit letzter Kraft strampelte und plantschte ich zu einer seichteren Stelle. Meine Arbeitskollegen hatten gar nichts davon mitbekommen und badeten weiter.

Gebadet habe ich dort nie wieder!

Fürth, den 01.11.2004

Viktor Kobr

zurück